Sing mein Herz, sing! [CD1]

by jansalleine

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1.
Die Warnung 03:51
Das ist die Wahrnung, die raus geht an jeden Menschen, der aufgibt. Es ist ein Leben im Krieg und in Furcht vor Dir selbst. Es ist die Minderwertigkeit. Es ist die Angst vor der Einsamkeit. Es ist ein Leben im Krieg und in Furcht vor der Welt. Ich will meinem Feind in die Augen sehen. Ich will meinem Schmerz gegenüberstehen. Ich will die Mauer des Schweigens brechen. Ich wurde verletzt und will nicht mehr verletzen. Jeder, der das nicht sieht, ist ein Blinder! Jeder, der das nicht will, ist ein Feigling! Es ist ein Leben der Flucht und in Furcht vor der Wahrheit. Verdrängung ist Pflicht und die Lüge ist einfach. Doch ich nehm mein Kreuz auf mich und folge Dir nach. Ich nehm mein Kreuz auf mich und folge Dir nach.
2.
Der Regen 05:06
Das ist kein Selbstmitleid mehr Der Schmerz ist wirklich echt und ich hab solche Angst, daß er mich zerbricht, daß seine Klauen mich zerreissen, daß sein Lachen mich verhöhnt, daß der Frequenzgang seiner Stimme meine Schreie übertönt, daß alle guten Geister weichen, weil ich mich Minderwertig fühl. Der guten Tage sind so wenig und der schlimmen sind so viel. Der Regen fällt und fällt. Der Regen fällt und fällt. Er perlt nicht mehr ab, nein er durchnässt mich. Es giesst in Strömen hinab, durch meinen Körper hindurch in meine Seele hinein und in das Zentrum der Furcht. An den geheimen Ort, der bedeckt ist mit Fassade. Dort ist alles archiviert. Alle Bitterkeit der Jahre. Diesen Keller in mir erwartet nun die Sintflut. Die ganzen Berge lauter Leichen sind noch warm und voller Blut. Der Regen fällt und fällt. Der Regen fällt und fällt. Er perlt nicht mehr ab, nein er durchnässt mich. Ich schrei zu meinem Gott, er möge mich erlösen. "Lass mich erwachen aus diesem Alptraum!" Ich schrei die Wände an. "Gib mir ein Bild von Gut und Böse, das ich zerreissen kann."
3.
Mann Mitte 20, Alkoholiker und eine gescheiterte Ehe Keine Ausbildung, quasi Rockstar und enttäuscht vom Leben Monatliches Einkommen: 20 Euro über der Armutsgrenze Angst und depressive Störung, starker Raucher, kann schlecht alleine einpennen sucht: ein nettes Mädchen, daß mich liebt, daß mich fickt und in den Arm nimmt daß mir das gibt, was ich brauch ein nettes Mädchen, daß mich liebt, das Aussehen ist mir nicht so wichtig nur daß ich weiß, ich kann dir vertrauen Mann Mitte 20, jung geblieben und doch für sein Alter schon viel erlebt eine sichere Arbeit, lange Haare und Lead-Sänger in einer Band Treu bis in's Grab und hält sehr viel von Ehrlichkeit genießt sein Leben doch verwöhnt Dich auch gerne in den Stunden der Zweisamkeit ein nettes Mädchen, daß mich liebt, daß mich fickt und in den Arm nimmt daß mir das gibt, was ich brauch ein nettes Mädchen, daß mich liebt, das Aussehen ist mir nicht so wichtig nur daß ich weiß, ich kann dir vertrauen Es ist der selbe Typ Das bin beides ich Es ist alles wahr und gelogen zu gleich Doch wenn Du wirklich willst dann sieh genau hin und bilde Dir selber Dein Urteil Mann Mitte 20, Alkoholiker und eine gescheiterte Ehe Mann Mitte 20, jung geblieben und furchtbar gut aussehend sucht...
4.
Ein Gedicht 05:27
Das ist alles was ich seh Das ist alles für mich Das ist alles was ich will Das ist ein Gedicht Du bist so schön Du bist so schön Komm halt Dich an mir fest und sag: es ist okay es ist okay es ist okay mit mir zu gehen Du bist so schön Du bist alles was ich brauch Du bist alles für mich Du bist alles woran ich glaub Du bist ein Gedicht Du bist so schön Du bist so schön Ich halt mich an Dir fest und sag: es ist okay es ist okay es ist okay zu Dir zu stehen Du bist so schön Geliebte rette mich mit Deinen Küssen Fass mich an! Komm wir halten uns aneinander fest es ist okay es ist okay gemeinsam zu vergehen Wir sind so schön
5.
Nachdenken 02:38
Als ich jung war wollte ich Rockstar werden für mich gab's nix schöneres auf Erden als den ganzen Tag zu Träumen, wie das wär' Dann nahm ich die Gitarre und ich trank ein Hansa-Pils. Ich schrie den ganzen Frust aus meinem Leib. Als ich 20 war, Zivildienst machte und man mir dann den Job anbot als "Hahn im Korb" bei lauter hübschen Frauen. Da war die Freude groß, ich hatte immer gute Laune. Heut' häng' ich in meiner Wohnung, hab zum Rausgehen nich die Traute. Und ich liege Nachts allein, in meinem Bett und schlaf nicht ein, denn ich bin in meinem Leben schon an einem besseren Punkt gewesen, deshalb liege ich ewig wach und denke drüber nach... Wenn ich heute an die Uni gehe und all die Vollidioten sehe, die denken, was wir da tun wäre irgenwie relevant, dann krieg ich Durst auf Hansa-Pils und frage mich: "Was mach ich hier? WIe kam ich auf die Schnapsidee, der Scheiß wäre interessant?" Und ich liege Nachts allein, in meinem Bett und schlaf nicht ein, denn ich bin in meinem Leben schon an einem besseren Punkt gewesen, deshalb liege ich ewig wach und denke drüber nach...
6.
Resignieren 05:44
Zwei Seelen wohnen in meiner Brust Ach, was sag ich zwei? Wohl eher drei oder vier oder zehn Millionen Die Dunkelziffer ist nicht dabei Doch ich hab nur diesen einen Körper und es ist nie so ganz gewiß wohin welche Seele meine Füße als nächstes setzt Ist es Leidenschaft, Sucht oder Sehnsucht oder einfach Langeweile? Mal zieht das eine mich und mal drückt mich das gleiche. Manchmal ist's dunkel und dann macht wieder einer das Licht an und die Sonne scheint hell, als wäre nie etwas geschehen doch wenn ich Dich heute verlier kleb ich den Schalter ab und ich will dann die gelbe Sau nie wieder sehen Sag niemals nie doch die Schnauze hab ich gestrichen voll und ich wünschte, das wäre mir alles scheißegal Ich müsste nie wieder lieben und mein Herz nicht maltretieren, sondern einfach vor meinem Ego resignieren sondern einfach vor meinem Ego resignieren Von den zehn Millionen Seelen wird eine besonders laut Wenn Du Dich Nachts an meine Schulter schmiegst hören die anderen Stimmen auf Das ist der unbedingte Wille in einem Zustand zu verweilen in dem Gemeinschaft als Höchstes gilt und die Wunden in uns heilen Und manchmal mieft's sehr und dann öffnet einer das Fenster Frische Luft von draußen strömt sachte in den Raum Doch wenn ich dich heut verlier nagel ich die Läden zu und setzt das Atmen für die nächsten Jahre aus Sag niemals nie doch die Schnauze hab ich gestrichen voll und ich wünschte, das wäre mir alles scheißegal Ich müsste nie wieder lieben und mein Herz nicht maltretieren, sondern einfach vor meinem Ego resignieren Sag niemals nie doch die Schnauze hab ich gestrichen voll und ich wünschte, das wäre mir alles scheißegal Doch was ich für Dich empfinde kann meine Ratio nicht kastrieren Ich werd' wohl vor der Liebe resignieren Ja ich muss wohl vor der Liebe resignieren
7.
Reise 03:44
Ich geh' auf die Reise. Die Meise geht mit mir. Die Reise geht nach vorne – nach vorne, sag ich Dir. Ich steh' in Deiner Schuld, denn ich hab so viel geborgt. Ich hab so viel geliehen und ich hab so viel gesaugt. Ich geh' auf die Reise. Der Tag ist jung wie wir. Der alte Tag geht leise. Die Nacht steht vor der Tür. Ich steh' in Deiner Schuld, denn ich hab so viel geborgt. Ich hab so viel geliehen und ich hab so viel gesaugt. Sing! mein Herz, bis die Sonne untergeht. Sing! mein Herz, bis der Wind sich dreht. Sing! mein Herz, es gibt viel zu tun. Keine Zeit sich auszuruhen. Ich geh' auf die Reise. Der Weg liegt nackt vor mir. Ich will ihn nicht bestäuben. Bestäuben will ick Dir! Ich steh' in Deiner Schuld, denn ich hab so viel geborgt. Ich hab so viel geliehen und ich hab so viel gelutscht.
8.
Ja Ja Ja Ja 02:49
9.
dich hätt' ich geliebt an jedem tag in jedem augenblick es war mir nicht vergönnt zu viel gestolpert auf dem weg zum glück wenn ich dich seh' dann tanzt mein herz und meine seele jubelt toll trägst du dies kleid auch nicht für mich dich so zu sehen ist wundervoll dich hätt' ich geliebt im morgentau wenn der sperling singt bis abenddämmerung sich legt würd' ich dir liebste gold und honig bringen wenn ich dich hör' dann schweigt mein maul und meine hände schwitzen feig ich geh gebeugt - ich steh gekrümmt wie ein diener, der sich verneigt dich hätt' ich geliebt mit schwerem mut geh ich zum festempfang deinen schönsten augenblick ich bezeug ihn von der kirchenbank an diesem ort bin ich sonst nie es heisst der herrgott wär oft hier in letzter stund fleht mancher ihm ich fleh ihm heut nicht weniger dich hätt' ich geliebt deine hand berührt scheu seine hand ich schein' am boden festgeklebt ein kuss besiegelt euren liebesbund der pfaffe hat sein werk vollbracht die orgel setzt zum auszug ein die menge applaudiert und lacht ich war noch niemals so allein
10.
1. manchmal würd ich mein glück gern aufbewahren an einem ort wo es niemand stiehlt doch wenn man das glück für sich selbst behält ist es nur halb so viel wert ich möchte mein glück in die welt hinaus schreien und alle sollen mich hören ich möchte der welt meine liebe mitteilen denn nur so geht sie nicht verloren Ich würde mein Glück gern in Zeilen fassen in strophen in refs und melodien ich würde mein glück gern in zeilen fassen doch ich weiss nicht mehr wie das ging 2. ich würde mein glück gern auf fahnen drucken und jeden morgen davor salutieren ich verpacke mein glück jetzt in tupperdosen und dann kannst du dir was davon einfrieren ich möchte diese strahler aus batman haben und mein glück an den nachthimmel werfen ich möchte mein glück als tabletten verkaufen zur beruhigung für gestresste nerven Ich würde mein Glück gern in Zeilen fassen in strophen in refs und melodien ich würde mein glück gern in zeilen fassen doch ich weiss nicht mehr wie das ging 3. ich würde mein glück gern als patent anmelden für angewandte mathematik als konstante zur berechnung des weltfriedens mit mehr nachkommastellen als pi ich möchte mein glück auf einem sparbuch anlegen und später den kindern vererben ich möchte dir noch sagen wie lieb ich dich hab und dann in deinen armen sterben Ich würde mein Glück gern in Zeilen fassen in strophen in refs und melodien ich würde mein glück gern in zeilen fassen doch ich weiss nicht mehr wie das ging 4. und auch wenn sich die objekte der liebe verändern das subjekt bleibt immer bestehen ich wollte mein glück gern in zeilen fassen dies ist hiermit geschehen...
11.
wir brauchen nichts nur sonnentage ein platz im schatten ein kühler wind wir brauchen nichts nur diese liebe die uns nimmt wie wir sind wir brauchen nichts nur dieses atmen bevor wir in die tiefe tauchen wir brauchen nichts nur das beteuern daß wir eigentlich gar nix brauchen wir brauchen nichts nur kleine gänge bei einem zu starken gefälle wir brauchen nichts nur eine liebe die uns trägt durch diese hölle wir brauchen nichts nur diese scheine die wir gegen waren tauschen wir brauchen nichts nur das beteuern daß wir eigentlich gar nix brauchen und wenn wir behaupten, daß wir nix brauchen, so steckt dahinter doch nur die feigheit uns einzugestehen, daß wir in wirklichkeit doch ganz schön abhängig sind und freiheit, ja wahre freiheit kann dann wohl nicht darin bestehen wirklich unabhängig zu sein, sondern darin, von dingen abhängig zu sein für die es sich lohnt ich brauche dich ja hey ich sehne mich nach einem gegenüber ich brauch musik ich verpack mein ganzes leben in diese lieder ich brauche heilung von meinen lastern wie von meinen leiden ich brauche jesus er wird mich auf diesem weg begleiten
12.
Es lebt eine Krankheit ganz tief in mir Sie will, daß ich versage und sie will das von Dir. Sie beraubt mich der Wahrheit. Sie vernebelt den Sinn. Sie gibt mir keine Chance, hält mich ein Leben lang hin. Sie redet mir ein, sie wär' ein Teil von mir. Ich müsse mit ihr leben, müsse sie akzeptieren. Sie scheint harmlos und klein und sie wirkt so vertraut, Ihre Lügen sind schlüssig, so daß man ihr gerne glaubt. Von einem Meister der Lüge wurde sie konzipiert, will man sie selber bekämpfen ist es klar, daß man verliert. Ich denk oft, sie wär unheilbar und das will sie von mir. Denn auch dieser Gedanke, ist eine Lüge von ihr. Sie ist schwer zu entlarven, das ist die Gefahr. Denn sie ähnelt der Wahrheit zu großen Teilen sogar. Mit meinem Streben nach Selbstgerechtigkeit versorge ich sie mit Nahrung, geb ihr die nötige Zeit, die sie braucht um zu wachsen, die sie braucht zu gedeihen. Muss ich denn auf ewig ihr Sklave sein? Vor mir auf dem Tisch steht ein Gegengift. Ich würde es nehmen, doch die Angst hindert mich. Es ist die Angst vor Veränderung. Ich hab die Krankheit doch lieb, denn sie ist mir Gewohnheit. Was bleibt, wenn es sie nicht mehr gibt? Von Stolz und Selbstherrlichkeit werd ich getrieben, in meinem Wahn diese Krankheit doch noch selbst zu besiegen. Es mag Willenschwach aussehen, doch ein Wille bleibt stark, der dem zur Verdammnis wurde, wer ihn nicht zerbrach. Diesen Krampf nun zu lösen, dem Kreislauf entkommen, daß man die Krankheit nicht besiegen noch vor ihr wegrennen kann. Es sieht so einfach aus, doch ist das schwerste für mich. Ich erhebe das Glas mit dem Gegengift... Ich trinke aus... Denn ganz von allein werd' ich nicht gesund. Wehr Dich nicht Jan! Das ist Liebe! Das ist Gnade! Das ist Vergebung! Wehr Dich nicht Mensch! Das ist Liebe...

about

Sieben Jahre in vierzehn Tagen

Ist es wirklich schon so lange her? Ja, in der Tat. Die ältesten Stücke dieses Albums sind schon sieben Jahre alt, die neuesten gerade mal ein paar Monate. Zusammen mit einem ganzen Haufen lieber Menschen, habe ich im letzten Sommer den waghalsigen Versuch unternommen, alle hier versammelten Lieder in vierzehn Tagen ohne vorheriges Proben, ohne Netz und doppelten Boden im Studio einzuspielen. Wie Du hören, sehen, tasten kannst, waren wir erfolgreich. Ich hoffe, Du hast beim Hören genauso viel Freude, wie wir beim Einspielen.

Aufgenommen vom 30.07. - 12.08.2012 im Farbton Platten Tonstudio.
Abgemischt und gemastered von Jan Henning.
www.farbtonplatten.de

Texte und Musik von Jan Rödig, 2005-2012; außer „Weißt Du wieviel Sternlein stehen?“ von Wilhelm Hey, 1837.
www.jansalleine.com

Design:
www.mace7.de

credits

released November 18, 2012

Folgende Menschen haben ihr Herz singen lassen:
Jan Rödig, Josiah „Joe“ Drevenstedt, Alex Berghaus, Horst Rödig, Cori Henningsen, Manuel Bartsch, Renato Eisele, Sunny, Lars Henning, Carsten „Storch“ Schmelzer, Jan Henning, Tobi

Ein besonderer Dank geht an Christoph Humpert, der zwar leider nicht am Bass, aber doch mit Rat und Tat und guten Ideen ausgeholfen hat.

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